Schluss mit der „verschickten Luft“: Die PPWR setzt dem Leerraum ein Ende!

Wer kennt es nicht? Man bestellt ein kleines Ladekabel und erhält einen Karton in der Größe eines Schuhkartons, prall gefüllt mit Plastikpolstern. Damit ist bald Schluss. Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) macht Effizienz zur Pflicht.

Was genau wird verboten?

Ab dem 1. Januar 2030 gilt: Das Leerraumverhältnis in Um-, Versand- und E-Commerce-Verpackungen darf maximal 50 % betragen.

  • Fokus Online-Handel & B2B: Die Regelung zielt spezifisch auf diese Sektoren ab, um die „verschickte Luft“ bei Paketlieferungen zu minimieren.
  • Verbot von Mogelpackungen: Verpackungen, die durch Doppelwände, falsche Böden oder ähnliche Designs ein größeres Volumen vortäuschen, werden explizit untersagt.
  • Ausnahme: Transportverpackungen für palettierte Ware (wie Stretchfolie) sind von der 50-%-Leerraumquote ausgenommen. In anderen Kontexten (z. B. B2B-Transport) gelten jedoch teils eigene Wiederverwendungsquoten. Auch bestimmte Verpackungen, beispielsweise für Produkte mit einer geschützten geografischen Angabe wie spezifische Weine oder Käse, können ausgenommen werden. Diese Ausnahmen werden von der EU separat festgelegt.
  • Berechnung: Die genaue Methodik zur Bestimmung des Leerraums sowie spezifische Sicherheitsabstände für empfindliche Produkte werden noch durch ergänzende Rechtsakte der EU-Kommission konkretisiert.

Status Quo: So viel Luft wird aktuell verschickt

  • Durchschnitt: In europäischen E-Commerce-Paketen liegt der Anteil an ungenutztem Raum aktuell oft bei 43 % bis 50 %, womit fast die Hälfte des Volumens in Versandkartons leer bleibt.
  • Branchen-Ausreißer bei Fashion & Elektronik: Da in diesen Bereichen oft mit standardisierten Kartongrößen gearbeitet wird, ist der Leerraumanteil hier überproportional hoch. Insbesondere bei kleinteiliger Elektronik (Ladekabel, Adapter) wird der Leerraumanteil von 50 % oft weit überschritten.
  • Rund 34 % der Führungskräfte weltweit geben an, dass ihre Versandverpackungen oft doppelt so groß sind wie das eigentliche Produkt.

 

Artikelinhalte

Ökologische und ökonomische Folgen

  • CO2-Emissionen: Jährlich werden weltweit schätzungsweise 122 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen, nur um Luft zu transportieren. Wichtig ist: Es handelt sich hierbei um eine geschätzte globale Hochrechnung der indirekten Emissionen (mehr Lkw, mehr Material, mehr Energie), nicht um eine direkt gemessene Einzelstatistik.
  • Logistik-Aufwand: Eine Reduzierung des Volumens führt mathematisch zwingend zu einer besseren Auslastung der Ladeflächen. Experten gehen davon aus, dass Millionen von Fahrten eingespart werden könnten, wenn Pakete passgenauer wären.
  • Einsparpotenzial: Viele Logistiker berechnen die Preise nach dem Volumengewicht. Durch optimierte Kartons können Unternehmen signifikante Kosten bei Fracht und Material einsparen.

Die Ziele von PPWR

  1. Abfallvermeidung: Die Verordnung legt erstmals verbindliche Ziele zur Verringerung von Verpackungsabfällen fest. Bis 2030 soll die Abfallmenge pro Kopf um 5 % gesenkt werden, bis 2040 sogar um 15 %.
  2. Design for Recycling: Ab dem 1. Januar 2030 müssen grundsätzlich alle auf dem EU-Markt in Verkehr gebrachten Verpackungen recyclingfähig sein. Es werden dafür spezifische Design-Kriterien (Design for Recycling) eingeführt. Für bestimmte Materialien (z.B. Holz oder Textilien) wird es voraussichtlich kleine Ausnahmen oder längere Übergangsfristen geben, aber die 2030-Deadline für die breite Masse der Verkaufsverpackungen bleibt bestehen.
  3. EU-Harmonisierung: Da es sich um eine Verordnung handelt und nicht mehr nur um eine Richtlinie, gilt sie unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten.
  4. Klimaschutz: Durch die Kombination aus weniger Material (Leerraum-Verbot), höherem Recyclinganteil (Rezyklat-Einsatzquoten) und Mehrwegsystemen ist die PPWR ein zentraler Baustein des European Green Deal.

Die PPWR ist erst der Anfang. Wir unterstützen Sie dabei, alle gesetzlichen Anforderungen im Blick zu behalten: Kontaktieren Sie uns für eine umfassende Beratung zu Ihren Compliance-Themen rund um Elektro- und Elektronikgeräte, Verpackungen, Batterien und PV-Panels.

 

📩 www.ecopv-eu.com/kontakt | 📧 E-Mail: info@ecopv-eu.com 

 

⭐ Über 20.000 Kunden bei der EPR-Compliance unterstützt

⭐ Bewertet mit 5,0 auf Google

Kontakt

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

info@ecopv-eu.com

+49 6196 5835357

Frankfurter Str. 70-72
65760 Eschborn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert