Mehrlagige Verbundfolien, die sich nicht trennen lassen. Etiketten, die Kunststoff kontaminieren. Schwarze Verpackungen, die Sortiersysteme nicht erkennen. All das sind Designentscheidungen mit Konsequenzen, die erst am Ende der Lieferkette sichtbar werden.
Genau hier setzt Design for Recycling an!
Kein neues Konzept
Den Begriff gibt es seit den späten 1970ern. Prof. Dr. Walter Jorden prägte ihn: Schon vor der Herstellung soll an das spätere Recycling gedacht werden. Jahrzehntelang blieb das eine Nischenidee.
Was es konkret bedeutet
- Hersteller müssen Monomaterialien statt Verbundwerkstoffe einsetzen, NIR-sortierbare Materialien wählen und Kleber sowie Farbstoffe vermeiden, die Rezyklate unbrauchbar machen.
- Händler tragen Mitverantwortung: Nicht-konforme Verpackungen dürfen nicht weitervertrieben werden. Das macht das Thema für den Einkauf geschäftskritisch (Risikomanagement).
- Verbraucher setzen mit ihrem Einkauf ein Zeichen – und ab 2028 erleichtert die EU die Mülltrennung durch unionsweit einheitliche Piktogramme auf Verpackungen und Tonnen.
Entwurf der neuen Piktogramme
Die PPWR macht es verbindlich
Ab August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) direkt in allen Mitgliedstaaten.
- Konformitätserklärungen: Ab 12.08.2026 sind für jede Verpackung schriftliche Erklärungen Pflicht.
- Recycling: Ab 2030 müssen alle Verpackungen recyclingfähig sein (Stufe A–C).
- EU-Recyclingziele: Nachdem 2025 die 65 % erreicht werden sollten, ist das nächste große Ziel der EU eine Recyclingquote von 70 % bis 2030.
- E-Commerce: Leerraum in Versandverpackungen darf künftig 50 % nicht überschreiten.
- Schadstoffe: Ab dem 12. August 2026 dürfen Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, bestimmte PFAS (Ewigkeits-Chemikalien) nur noch in begrenzten Mengen enthalten.
Was das für die Praxis bedeutet
Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand. Technische Dokumentation, Konformitätserklärungen, Lieferantennachweise, Rezyklatverfügbarkeiten – das alles braucht Zeit und Vorlauf.
Ein pragmatischer Einstieg in fünf Schritten:
- Bestandsaufnahme: Welche Materialien sind im Einsatz? Welche Rezyklatanteile gibt es heute?
- Recyclingfähigkeit prüfen: Sind die Verpackungen NIR-sortierbar? Gibt es Störstoffe im Design?
- Lieferkette sichern: Rezyklatqualitäten und -verfügbarkeiten frühzeitig mit Einkauf und Lieferanten klären.
- Dokumentation aufbauen: Technische Unterlagen, Konformitätserklärungen und Audit-Trails anlegen.
- Schritt für Schritt anpassen: Nicht alles muss sofort perfekt sein. Wichtig ist ein klarer Plan, um bis 2030 alle Vorgaben zu erfüllen.
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