Fett- und wasserabweisende Lebensmittelverpackungen – wie Fast-Food-Einschlagpapiere, Pommestüten oder Pizzakartons – enthalten häufig PFAS. Diese Stoffe werden als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, da sie in der Umwelt und im menschlichen Körper nur sehr langsam abgebaut werden und sich dort anreichern können.
Wie gelangen die Stoffe in die Nahrung?
PFAS können aus der Beschichtung in Lebensmittel übergehen. Besonders begünstigt wird dies durch:
- Fettige Lebensmittel
- Feuchte Lebensmittel
- Heiße Temperaturen (z. B. beim Verpacken frisch zubereiteter Speisen)
Bereits kleinste Mengen, die der Körper regelmäßig über die Nahrung aufnimmt, können langfristig chronische Gesundheitsschäden verursachen.
Mögliche gesundheitliche Folgen
Eine regelmäßige Aufnahme von PFAS kann der Gesundheit langfristig schaden. Die Stoffe schwächen das Immunsystem. Dadurch wirken Impfungen schlechter und der Körper wird anfälliger für Infekte.
Zudem stören die Chemikalien den Hormonhaushalt und senken die Fruchtbarkeit. Bei Neugeborenen kann sich dadurch das Geburtsgewicht verringern.
Auch der Stoffwechsel leidet unter den Stoffen. Die Cholesterinwerte im Blut steigen und das Risiko für Diabetes nimmt zu. Einzelne PFAS-Verbindungen, insbesondere PFOA, sind offiziell als krebserregend für den Menschen eingestuft.
Welche Verpackungen sind besonders betroffen?
Typische Quellen im Alltag sind:
- Fast-Food-Verpackungen: Klassische Pommes-Frites-Tüten, Burger-Papiere und beschichtete Einschlagpapiere.
- To-Go-Behälter: Einweggeschirr aus Pappe, Papier oder geformten Pflanzenfasern wie Zuckerrohr.
- Pizzakartons: Hier dient die Beschichtung als Barriere gegen durchfettenden Käse, Soßen und Öle.
- Backpapier: Manche herkömmlichen Backpapiere im Handel nutzen PFAS-Verbindungen statt einer Silikonbeschichtung.
Wie müssen Fast-Food-Ketten, Restaurants und Co. umstellen?
Mit der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) gelten ab dem 12. August neue Anforderungen für PFAS in Lebensmittelkontaktmaterialien. Für Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, gelten künftig sehr niedrige Grenzwerte für PFAS. Dadurch werden viele bisher eingesetzte Beschichtungen faktisch vom Markt verdrängt.
Fast-Food-Ketten, Restaurants und Lieferdienste sollten deshalb ihre Verpackungen frühzeitig überprüfen und von ihren Lieferanten entsprechende Konformitätsnachweise einfordern. Gleichzeitig gewinnen PFAS-freie Alternativen, beispielsweise auf Basis pflanzlicher Wachse, modifizierter Stärke oder anderer geeigneter Barrieretechnologien, zunehmend an Bedeutung. Auch Mehrwegverpackungen können dazu beitragen, die neuen Anforderungen langfristig zu erfüllen.
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