Rezyklate sind mehr als nur „recycelter Kunststoff“.
Sie sind ein wichtiger Rohstoff für die Kreislaufwirtschaft und helfen dabei, vorhandene Materialien erneut zu nutzen, statt ständig neues Plastik aus fossilen Rohstoffen zu produzieren.
Was bedeutet das konkret?
Rezyklate entstehen aus Kunststoffabfällen, die gesammelt, sortiert, zerkleinert, gereinigt und anschließend zu neuem Granulat verarbeitet werden. So wird aus Abfall wieder ein wertvoller Ausgangsstoff für neue Produkte.
Post-Consumer-Rezyklaten vs. Post-Industrial-Rezyklaten
Post-Consumer-Rezyklate stammen aus Haushaltsabfällen, zum Beispiel aus dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne.
Post-Industrial-Rezyklate entstehen aus Produktionsresten in der Industrie.
Der Weg zum Rezyklat ist klar:
- Sammlung der Kunststoffabfälle.
- Sortierung nach Materialart.
- Zerkleinerung zu Flakes.
- Reinigung von Fremdstoffen.
- Extrusion und Granulierung zum Rezyklat.
Wandel der Wahrnehmung
Früher galt Recycling oft als „Downcycling“ (Minderwertigkeit); heute werden Rezyklate durch moderne Technik zunehmend als gleichwertiger Ersatz für Neuware (Virgin Material) gesehen.
Warum sind Rezyklate wichtig?
Die Kreislaufwirtschaft hält Rohstoffe möglichst lange im Umlauf. Rezyklate sind dabei zentral, um Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden.
Weltweit werden jährlich etwa 400 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, doch nur 9,5 Prozent bestehen aus Recyclingmaterial. Gleichzeitig verbleibt Plastik extrem lange in der Umwelt.
Auch in Deutschland ist die Lage herausfordernd: Zwar liegt die Verwertungsquote für Kunststoffverpackungen bei über 70 Prozent, doch ein Großteil davon wird verbrannt. Die Quote für echtes stoffliches Recycling, bei dem neue Rezyklate entstehen, liegt lediglich bei etwa 50 Prozent.
Rezyklat-Granulat
Wo werden Rezyklate eingesetzt?
Rezyklate kommen heute schon in vielen Bereichen zum Einsatz: etwa bei Wasserflaschen, Shampoo- und Duschgelverpackungen, Waschmittelbehältern, Folien, Bechern und anderen Kunststoffverpackungen. Besonders PET ist im Verpackungsbereich bereits gut etabliert.
Neben Verpackungen finden Rezyklate massenhaft Verwendung in der Bauindustrie (z. B. Abwasserrohre, Fensterprofile), im Gartenbau (Blumentöpfe) und in der Logistik (Transportpaletten).
Fazit
Rezyklate sind der Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft: Sie senken den CO2-Ausstoß, reduzieren die Erdölabhängigkeit und wandeln Abfall in wertvolle Ressourcen. Doch hohe Kosten, technische Hürden bei der Schadstoffeliminierung und mangelhaftes Produktdesign bremsen den flächendeckenden Einsatz noch aus. Nur wenn wir diese Hürden überwinden und Design konsequent auf Recycling ausrichten, gelingt die nachhaltige Transformation der Industrie.
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