Digitaler Produktpass (DPP): Pflichten, Daten & Zeitplan bis 2030

Ein Datenträger (z. B. ein QR-Code oder RFID-Chip) auf Produkten liefert künftig weit mehr als nur eine Seriennummer. Mit dem Digitalen Produktpass (DPP) werden detaillierte Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts digital abrufbar.

Der DPP ist ein zentraler Baustein der EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR), um Produkte transparenter, langlebiger und kreislauffähiger zu machen.

Diese Daten zieht der Produktpass standardmäßig:

  • Materialien: Verwendete Rohstoffe, Rezyklatanteile und besorgniserregende Stoffe.
  • Lieferkette: Herkunft, Produktionsstätten und Rückverfolgbarkeit.
  • Reparatur: Anleitungen, Demontage-Hinweise und Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
  • Kreislaufwirtschaft: Verwertung, Recyclingfähigkeiten und Entsorgungswege.
  • Umweltbilanz: CO₂-Fußabdruck (PCF) und relevante Umweltindikatoren.
  • Produktpflege: Wartungsprotokolle, Historie und verpflichtende Software-Updates.

Der Fahrplan für den Digitalen Produktpass

Ab 18. Februar 2027 – Batterien

Der erste verpflichtende Digitale Produktpass kommt mit dem Batteriepass. Er gilt für:

  • Batterien für Elektrofahrzeuge
  • Industriebatterien über 2 kWh
  • Batterien für leichte Verkehrsmittel wie E-Bikes oder E-Scooter

Voraussichtlich 2028/2029 – Textilien & Elektronik

Die EU-Kommission stuft Textilien (Bekleidung, Schuhe) sowie Elektronik (Smartphones, Tablets, Laptops) als priorisierte Produktgruppen ein. Der Digitale Produktpass wird hier schrittweise nach dem Erlass der jeweiligen produktspezifischen EU-Vorgaben eingeführt.

2030 – Weitere Branchen

Schrittweise wird der Digitale Produktpass auf weitere Produktgruppen ausgeweitet. Dazu gehören unter anderem:

  • Stahl und Eisen
  • Aluminium
  • Möbel
  • Reifen
  • Waschmittel
  • Chemikalien

Warum Unternehmen jetzt handeln müssen

Unternehmen müssen beim Digitalen Produktpass sofort handeln, weil die technische Umsetzung eine enorme Herausforderung für die interne IT darstellt. Das Sammeln, Strukturieren und sichere Bereitstellen von Produktdaten aus verschiedenen Systemen erfordert monatelange Vorarbeit. Wer zu spät startet, riskiert IT-Engpässe und ein Datenchaos zum Stichtag.

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