Ein neuer Höchststand bei den Verkaufszahlen prägt den Elektromarkt in Deutschland: 3,4 Millionen Tonnen Elektrogeräte wurden 2025 neu in Verkehr gebracht – so viel wie nie zuvor.
Großer Treiber dieser Entwicklung ist die Photovoltaik: Die Menge der neu installierten Module verzeichnete ein Wachstum von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Demgegenüber steht eine offizielle Rücknahmemenge von gerade einmal rund 960.000 Tonnen.
Die ear-Zahlen für 2025 im Überblick
• In Verkehr gebrachte Elektrogeräte gesamt: knapp 3,4 Mio. Tonnen
• Wachstum bei PV-Modulen: +16 Prozent gegenüber dem Vorjahr
• Anteil der PV-Module (Kategorie 4 und 5): rund 26 Prozent dieser Gesamtmenge
• Zurückgenommene Elektro-Altgeräte: rund 960.000 Tonnen
• Anteil der PV-Module an der Rücknahme: knapp über 1 Prozent
Etwa jede vierte Tonne auf dem Elektromarkt ist heute ein Solarmodul – beim Müll machen sie jedoch kaum ein Prozent aus.
Der Grund: PV-Module sind extrem langlebig und bleiben oft 20 bis 30 Jahre in Betrieb. Die riesigen Mengen, die aktuell durch den Boom verbaut werden, erreichen die Recyclingströme erst in den kommenden Jahrzehnten. Der Rücklauf wird dann jedoch schlagartig und massiv ansteigen.
Für Hersteller und Händler bedeutet das: Wer heute Module vertreibt, übernimmt eine erweiterte Produktverantwortung (EPR), die erst Generationen später greift. Registrierungen, insolvenzsichere Garantien und Mengenmeldungen müssen von Tag eins an rechtssicher dokumentiert sein.
Regulatorischer Druck durch verfehlte EU-Ziele
Parallel dazu wächst der politische Handlungsdruck. Deutschland hat die gesetzliche EU-Sammelquote für E-Schrott das siebte Jahr in Folge verfehlt: Statt der geforderten 65 Prozent wurden im Jahr 2025 nur 29,8 Prozent erreicht. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deshalb bereits einen grundlegenden Systemwechsel hin zu einer noch strikteren Herstellerverantwortung.
Die Marktmengen wachsen – getrieben durch den PV-Boom – deutlich schneller als die Rücknahmestrukturen. Unternehmen, die PV-Module oder andere Elektrogeräte vertreibt, sollten ihre Compliance-Prozesse proaktiv prüfen, bevor Quoten, behördliche Kontrollen und Bußgelder weiter angezogen werden.
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