Hinter dem Digitalen Produktpass (DPP) steht kein einheitlicher Stichtag, sondern ein mehrstufiger und produktspezifischer Fahrplan. Wer die Fristen für das eigene Unternehmen rechtssicher planen will, muss die Einführung in drei Stufen unterteilen:
• Stufe 1 – Das Fundament steht: Die technische Infrastruktur für den DPP ist auf EU-Ebene bereits aktiv. Die EU-Kommission hat das zentrale DPP-Register im Sommer 2026 gestartet. Grunddaten wie Produktkennungen und Zollcodes können verarbeitet werden. Der vollständige Datensatz verbleibt dezentral beim Unternehmen und wird per Datenträger (z. B. QR-Code) mit dem Produkt verknüpft.
• Stufe 2 – Der produktspezifische Rechtsakt: Die rechtliche Verpflichtung entsteht erst, wenn für eine bestimmte Produktgruppe eine eigene Verordnung im Rahmen der Ökodesign-Verordnung (ESPR) oder ein eigenständiges Gesetz verabschiedet wird.
• Stufe 3 – Das Anwendungsdatum: Erst dieses finale Datum löst die tatsächliche Pflicht aus. Die ESPR sieht hierfür eine Übergangsfrist von mindestens 18 Monaten nach Erlass des jeweiligen Rechtsakts vor.
Der konkrete Zeitplan im Überblick
• Batterien machen den Anfang (Stichtag: 18.02.2027): In wenigen Monaten benötigt jede neu in Verkehr gebrachte Elektrofahrzeug- und LMT-Batterie (E-Bikes etc.) sowie Industriebatterie über 2 kWh einen elektronischen Batteriepass. Obwohl der Durchführungsrechtsakt zu den Zugriffsrechten verzögert ist und für Oktober/November 2026 zur Konsultation erwartet wird, bleibt der Stichtag im Februar bestehen.
• Eisen, Stahl & Aluminium: Die Rechtsakte für Stahl werden Ende 2026 erwartet (Pflicht ab Mitte 2028), für Aluminium und Reifen folgt die Planung Ende 2027 (Pflicht ab 2029).
• Textilien & Möbel: Hier rollt die DPP-Pflicht gestaffelt im Zeitraum 2029 bis 2031 an.
Was bedeutet das für den Handel?
Die Hauptverantwortung für die Erstellung liegt bei Herstellern und Importeuren. Händler und Marktplatzbetreiber müssen jedoch sicherstellen, dass Endnutzer den Pass auch im Fernabsatz leicht erreichen können. Wer Eigenmarken vertreibt oder direkt aus Nicht-EU-Ländern importiert, rutscht zudem sofort selbst in die vollumfängliche Herstellerhaftung für den DPP.
Nutzen Sie die verbleibende Zeit für eine Bestandsaufnahme Ihrer Datenwege. Bis zum Start des ersten Batteriepasses im Februar 2027 verbleiben nur noch wenige Monate.
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