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Plastiksteuer & Zuckersteuer: 40+ Verbände fordern Stopp

Plastiksteuer und Zuckersteuer: Kunststoffverpackungen, Getränkedose, Zuckerwürfel und Kalkulation

Plastiksteuer und Zuckersteuer stoßen auf gemeinsamen Widerstand aus der Lebensmittelwirtschaft. Mehr als 40 Verbände fordern, die beiden Steuerpläne zu stoppen. Die am 30. Oktober 2026 veröffentlichte Stellungnahme wird unter anderem von BVE, Deutschem Bauernverband, Deutschem Brauer-Bund und dem Verband der Deutschen Fruchtsaftindustrie unterstützt. Die Verbände warnen vor zusätzlichen Kosten und bürokratischen Verpflichtungen.

Plastiksteuer: Was bislang geplant ist

Nach Angaben des Bundesverbands der Systemgastronomie soll das Bundeskabinett am 4. November 2026 über eine Formulierungshilfe zur Kunststoffverpackungssteuer beraten. Die Regelung soll nach Informationen der Verbände als Änderungsantrag in das Haushaltsbegleitgesetz 2027 eingebracht werden. Dies beschreibt einen angekündigten Verfahrensschritt, keine bereits geltende Steuerpflicht.

Der Bundesverband Kooperierender Mittelstand beschreibt die bisherigen Pläne mit 550 Euro je Tonne Kunststoff in Verpackungen. Dieser Betrag ist als Entwurfsstand zu verstehen. Nach den von packaging journal wiedergegebenen Angaben aus dem Verbandspapier nennt der Entwurf rund 44 Millionen Euro zusätzlichen jährlichen Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft und 819 zusätzliche Vollzeitstellen in der Verwaltung. Diese Zahlen sind Planungsschätzungen, keine feststehenden Steuerzahlungen einzelner Betriebe.

Bei der Zuckersteuer kritisieren die Verbände insbesondere das vorgesehene Steuerlagerverfahren nach dem Vorbild der Biersteuer. Viele Produktionsstätten nutzten Rohstoffe, Anlagen und Lager gemeinsam für steuerpflichtige und nicht steuerpflichtige Erzeugnisse. Die Umstellung könne deshalb erhebliche Eingriffe in bestehende Abläufe erfordern.

Warum die Verbände beide Steuerpläne ablehnen

In der gemeinsamen Stellungnahme der Lebensmittelwirtschaft stehen zusätzliche Kosten und fehlende Beteiligung der betroffenen Branchen im Mittelpunkt:

  • Mehrfachbelastung: Die Verbände verweisen auf bestehende Verpackungspflichten, Entgelte dualer Systeme, die Einwegkunststofffondsabgabe und neue PPWR-Anforderungen. Welche Pflichten im Einzelfall greifen, hängt von Produkt, Verpackung und Unternehmensrolle ab.
  • Bürokratie: Neue Kontroll- und Dokumentationsprozesse könnten Produktion und Warenwirtschaft zusätzlich belasten. Das gilt nach Auffassung der Verbände besonders für das Steuerlagerverfahren bei Getränken.
  • Mögliche Fehlanreize: Eine reine Kunststoffsteuer könnte Materialwechsel fördern, die nicht zwangsläufig ökologisch besser sind. Dies ist ein Einwand der Verbände, keine pauschale Umweltbewertung aller Ersatzmaterialien.
  • Verfahren: Gefordert werden ausreichende Beteiligung, eine Folgenabschätzung und ein transparentes Gesetzgebungsverfahren.

Als Alternative zur Plastiksteuer wird in der Debatte auf stärkere Anreize für recyclingfähige Verpackungen und Rezyklate durch ökologisch ausgestaltete Beteiligungsentgelte verwiesen. Die konkrete Ausgestaltung und der jeweilige Rechtsstand müssen gesondert geprüft werden.

Plastiksteuer: Was Hersteller und Händler vorbereiten können

Die beschriebenen Steuerpläne sind nicht mit einem endgültig verabschiedeten und anwendbaren Steuergesetz gleichzusetzen. Unternehmen sollten den angekündigten Termin am 4. November und das parlamentarische Verfahren verfolgen. Erfassen Sie Verpackungsmengen, Materialien und gegebenenfalls Kunststoffanteile nachvollziehbar. Solche Daten unterstützen bestehende Verpackungsmeldungen; eine mögliche Steuer kann jedoch andere Abgrenzungen und Nachweise verlangen.

Eine neue Steuer würde bestehende Registrierungs- und Systembeteiligungspflichten nicht automatisch ersetzen. Prüfen Sie diese Pflichten daher unabhängig von der politischen Debatte weiter.

ECOPV-EU unterstützt Hersteller und Händler bei Verpackungsregistrierung, Mengenmeldungen und Systembeteiligung in Deutschland. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Quellen: Verbändestellungnahme, veröffentlicht am 30.10.2026; BdS, 29.10.2026; BKM, 09.10.2026; packaging journal, 30.10.2026. Stand: 30. Oktober 2026.

KI-generierte Konzeptillustration zu diskutierten Steuerplänen; keine Darstellung bereits geltender Steuern.

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