Warum werden Elektro-Altgeräte nicht immer richtig entsorgt, obwohl das Wissen darüber vorhanden ist?
Das Plan E-Trendbarometer 2026 der Stiftung ear zeigt: Entscheidend ist nicht nur das Umweltbewusstsein, sondern auch, wie einfach, sichtbar und alltagsnah die Rückgabe gestaltet ist.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:
• Nahezu doppelte Abgabeabsicht: Im Status-quo-Szenario würden 18 % der Befragten ihre Elektro-Altgeräte innerhalb der nächsten vier Wochen bestimmt zurückgeben. Unter optimierten Bedingungen steigt dieser Anteil auf 35,4 %.
• Der Wertstoffhof bleibt der wichtigste genutzte Rückgabeweg: 76 % der Befragten, die in den vergangenen sechs Monaten Elektrokleinschrott abgegeben hatten, nutzten dafür einen Wertstoff- oder Recyclinghof. Gleichzeitig zeigt das Szenario-Modell, dass die feste Abgabeabsicht von 18 % auf nur noch 7 % sinkt, wenn Elektrofachmärkte und der Lebensmitteleinzelhandel als Rückgabemöglichkeiten wegfallen. Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Bezugsgruppen und Messgrößen.
• Sichtbarkeit schafft Orientierung: 82 % wünschen sich eine klar ausgeschilderte Rückgabemöglichkeit im Markt. Nur 18 % reicht es, bei Bedarf das Personal zu fragen.
• Einfache Angebote wirken stärker als Strafen: Ein mögliches Bußgeld von bis zu 500 Euro verändert die feste Abgabeabsicht gegenüber dem Status quo praktisch nicht. Ein Sammelcontainer im Wohnviertel erhöht sie dagegen um 3,1 Prozentpunkte.
• Bequemlichkeit als zentraler Hebel: Im separat untersuchten Szenario einer kostenlosen Sammeltonne für Elektrokleingeräte direkt zu Hause steigt die feste Abgabeabsicht auf 33,6 %.
Was bedeutet das für die Kreislaufwirtschaft?
Die Studie zeigt keine einzelne Lösung, sondern das Potenzial eines gut gestalteten Rückgabenetzes. Entscheidend sind kurze Wege, verständliche Informationen, sichtbare Sammelstellen und möglichst wenig Aufwand für die Verbraucher.
Dabei ist eine wichtige Einschränkung zu beachten: Die genannten Werte zur Abgabeabsicht beschreiben, wie wahrscheinlich die Befragten unter unterschiedlichen Bedingungen eine Rückgabe erklärten. Sie bilden keine tatsächlich gemessenen Rückgabemengen ab.
Die zentrale Erkenntnis: Je besser die Rückgabe in den Alltag passt, desto wahrscheinlicher wird aus Umweltbewusstsein konkretes Handeln.
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